Information

Verlag: Heyne
ISBN:   978-3-453-32145-8
Genre: Fantasy
Seitenzahl: 480 Seiten
Format: Taschenbuch, eBook, Hörbuch

Diese Rezension bezieht sich auf das Taschenbuch.

Das Buch in einem Satz:
Du entscheidest, wer du sein willst.

Wenn man Monate im Voraus schon Bücher vorbestellt, einfach, weil sie von einem bestimmten Autor geschrieben sind, dann ist das wohl ein Zeichen von Fandome. Und ich gestehe, ich fahr voll auf die Bücher von T.J. Klune ab. Weil sie immer unterschwellig auch in besonderer Form lehrreich sind, ohne den ermahnenden Zeigefinge zu erheben.

Es ist schon eine ungewöhnliche Familie. Vater und Roboter Giovanni Lawson zieht durch besondere Umstände einen menschlichen Jungen groß. Victor Lawson ist, wie sein Vater, begeistert von Technik. So hat er in jungen Jahren schon gerne andere Maschinen und Roboter repariert. So ist die Familie Lawson gewachsen, um Gesundheitsroboter Schwester Grob und den kleinen, sensiblen Staubsaugrobter Rambo.
Victor besucht regelmäßig mit Schwester Grob und Rambo den nahegelegenen Schrottplatz, um Ersatzteile und Materialien zum Bauen zu finden. Sein Vater heißt dieses zwar nicht gut, Victor jedoch hält dies von seinen Erkundungstouren nicht ab.
Auf einer dieser Touren findet Victor einen Androiden, der noch gut in Schuss zu sein scheint. Victor nimmt ihn mit nach Hause und repariert den Roboter, der von da an Tom heißt.
Victor ahnt jedoch nicht, dass das seine ganze Familie durcheinanderwirbeln wird und er sich auf eine lange Reise begeben muss, bei der er nicht nur seinen Vater suchen muss sondern auch viel über sich selbst lernt.

Wieder einmal gelingt es T.J. Klune leicht, eine gut durchdachte Fantasygeschichte zu schreiben, die wieder mit allerhand Lebensweisheiten daherkommt. Ich war sofort in der Geschichte drin und habe einfach jeden einzelnen Hauptprotagonist geliebt. Es fühlt sich nichts befremdlich an. Natürlich kann ein Android einen Menschen großziehen, natürlich kann ein Roboter eine Krankenschwester sein und ein Staubsauger reden.
Das Setting wird lebendig und Klune erzeugt eine Atmosphäre, in der man sich sehr wohlfühlt. Am liebsten wäre man selbst Mitglied der Familie Lawson.

Die Story bleibt stets spannend und durch Klunes Wortgewandheit liest sich das Buch locker weg. Es gibt Irrungen und Wirungen und Plottwists, die ich nicht habe kommen sehen und die dem Buch die nötige Würze geben.

Ich mag es, wie der Autor immer wieder Botschaften in die Geschichte verwebt, die uns im Leben helfen sollen und die seine Weltanschauung wiederspiegeln. So geht es darum, dass jedes Lebewesen einen sicheren Platz auf der Welt verdient hat. Es geht darum, dass jeder einen freien Willen hat und egal, welche Vergangenheit er hat, sich selbst entscheiden kann, sich zu ändern und es besser zu machen. Liebe ist für alle da, Bedürfnisse sind normal und Familie entseht immer dann, wenn man sich miteinander wohlfühlt.

Es ist ein rundum Wohlfühlroman voller Herz, Charme und Witz. Ich musste immer wieder schmunzeln und herzlich lachen. Ich habe gelitten, gebangt und mitgeliebt.

Einen Punkt Abzug gibt es jedoch in der B-Note. Gerade die Robotercharaktere, die in jedem Fall gut ausgearbeitet sind und mit Eigenheiten und Spleans fast menschlich wirken, erinnern mich stark an das Buch „Quality-Land“ von Marc-Uwe Kling. Vor allem Rambo gleicht in seinem Charakter schon sehr dem Staubsaugerroboter aus Klings Werk. Immer wieder klang Rambo in meinem Kopf wie das Känguru.

Ich unterstelle Klune mal nicht, dass er das Buch kennt oder das er sich hat inspirieren lassen. Aber die Ähnlichkeit war schon sehr auffällig.

Aus diesem Grund vergebe ich für einen runden Fantasy-Schmöker, der einen zufrieden lächelnd und warm ums Herz zurücklässt 4 von 5 Eselsöhrchen.

Vergebene Eselsörchen:

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