„Ingenium – Das erste Rätsel“ von Danielle Trussoni

Thriller

Information

Verlag: Hoffmann und Campe
ISBN:   978-3-455-01566-9
Genre: Thriller
Seitenzahl: 432 Seiten
Format: Taschenbuch, eBook

Diese Rezension bezieht sich auf das Taschenbuch. Ich danke dem Hoffmann und Campe Verlag und Vorablesen für das Rezensionsexemplar.

Das Buch in einem Satz:
Eine Mischung aus Dan Brown und Full Metal Alchemist.

Ich kann gar nicht so viel sagen. Außer vielleicht: Was war das denn bitte für ein geiler Scheiß? Schon lange habe ich ein Buch nicht mehr so sehr gefeiert und verschlungen wie „Ingenium“.

Inselbegabung

Nach einem Unfall beim Football verletzt sich Mike Brink schwer am Kopf. Wie durch ein Wunder bleiben eigentlich keine Spätfolgen. Bis auf die eine: Sein Gehirn arbeitet auf einmal irgendwie anders. Es dauert eine Weile, bis Mike sich seiner Mutter anvertraut. Nach Untersuchungen beim Spezialisten wird schnell klar, dass er unter dem Savant-Syndrom „leidet“. Mike kann komplexe Rätsel in Windeseile lösen und erstellen.
Ihm reicht es, beruflich Rätsel für die New York Times zu erstellen. Als jedoch eine Gefängispsychologin ihn um Hilfe bittet, sich mit einer stummen Patientin auseinanderzusetzen und ihre Geheimnisse zu lesen, fackelt Mike Brink nicht lange. Er fährt ins Gefängnis und lernt Jess Price kennen, mit der er sofort eine mysteriöse Verbinung spürt. Wer ist Jess Price und was hat sie erlebt? Was ist die Lösung dieses Rätsels, welches Mike Brink erst nach und nach entschlüsselt?
Mike Brink ahnt nicht, welchem großen Geheimnis er auf der Spur ist.

Ein Hingucker

Das Buch als solches ist schon ein wahrer Hingucker. Prägeschrift, farblicher Buchschnitt, leuchtende Farben. Ich war direkt verliebt, als ich das wunderbare Päckchen vom Verlag auspackte.

Und auch der Blick ins Innere wusste schnell zu überzeugen.

In verschiedenen Zeitebenen erzählt Autorin Danielle Trussoni einen rasanten Mysterie-Thriller, der mich sofort gefangennimmt. Die Story wird niemals langweilig und bis zum Finale versteht es die Autorin, einen starken Spannungsbogen aufzubauen. Ich habe mich schon lange nicht mehr so gegruselt.

Gut durchdachte Protagonisten

Die Protagonisten gefallen mir gut. Durch einige „Ich-Perspektiven“ kann man sich vor allem in Jess Price gut hineinsverstzen und fiebert mit ihrer Hintergrundgeschichte förmlich mit. Aber auch die Gefühlsachterbahn von Mike Brink ist nachvollziebar und vor allem spürbar. Es gibt jeden brauchbaren Charakter. Der „böse“ Widersacher, der an die Lösung kommen will, um selbst Großes zu vollbringen, den Charakter, der blind alles tut, was der Boss will. Die schöne Unbekannte, die der Hauptprotagonist gleich sexy findet. Ein tragischer Held und so weiter. Rein vom Klischee her, hat das Buch einfach alles, was ein guter Psychothriller braucht, um zu funktionieren. Und obwohl die Protagonisten die typischen Klischees bedienen, ist es genau das, was das Buch lebendig machen. Die Dosis zwischen Klischee und Individualität passt einfach gut zusammen.

Wie Dan Brown

Nicht nur einmal fühlte ich mich an Bücher von Dan Brown erinnnert. Irgendwie war Mike Brink wie Robert Langdon. Und trotzdem war Mike Brink ganz anders. Auch die Erzählweise und die Hintergrundidee erinnerten mich stark an „Origin“ und „Inferno“.
Aber das meine ich gar nicht negativ. Es war wirklich positiv. Das Buch war stets spannend und die Seiten flogen nur so dahin.

Das war ein sehr gelungenes Debüt. Und noch bevor ich die Seite 101 gelesen hatte, war Band zwei, welches im September 2024 erscheint, schon vorbestellt.

Ich behaupte jetzt mal, dass an „Ingenium“ dieses Jahr nur schwer ein anderes Buch heranreichen wird. Es gehört auf jeden Fall in meine Top 3 der Lesehighlights 2023.

Mir bleibt nur noch zu sagen: Ihr müsst es lesen! Unbedingt!

5 von 5 Eselsöhrchen.

Vergebene Eselsörchen:

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