Information

Verlag: Heyne
ISBN:   978-3453322318
Genre: Horror, Grusel
Seitenzahl: 432 Seiten
Format: Taschenbuch, eBook

Diese Rezension bezieht sich auf das Taschenbuch. Ich danke dem Heyne-Verlag für das Rezensionsexemplar

Das Buch in einem Satz:
Wenn du nach ihren Regeln spielst, dann wird dir nichts geschehen.

Ich kann euch gar nicht so richtig sagen, warum ich mich entschied, dieses Buch näher zu betrachten. Ich las den Klappentext und war neugierig. Aber ich war mir erst unsicher, ob ich es wirklich lesen will. Es dauerte ein paar Tage und wie der Zufall so will, stolperte ich immer wieder über das Buch. Ich nahm das als Wink des Schicksals. Und ich kann euch sagen, manchmal ist es gut, wenn man dem Schicksal eine faire Chance gibt.

Endlich in die lang ersehnte Idylle

Harry und seine Frau Sasha können ihr Glück kaum fassen, als sie endlich eine kleine Farm mit ein paar Hektar Land in Idaho ihr Eigen nennen können. Davon haben sie schließlich immer geträumt. Und so sind sie guter Dinge, als sie gemeinsam mit Familienhund Dash den Umzug in ihre neue Heimat antreten.

Alles scheint perfekt. Sie richten sich ein, bewirtschaften die Farm und auch mit ihren Nachbarn verstehen sie sich blendend. Aber als sie dann diese absurde Geschichte von dem bösen Geist des Tals hören, der die Bewohner heimsucht, ist es mit der Ruhe vorbei. In jeder Jahreszeit soll sich der Geist anders zeigen und ihre Nachbarm machen Harry und Sasha unmissverständlich klar, dass sie sich dringend an die Regeln halten müssen, damit ihnen nichts geschieht.

Es gibt kein Entkommen mehr, sie müssen sich fügen. Oder gibt es doch eine Möglichkeit, mit dem Geist in Frieden zu leben?

Als die Dinge sich auf der Farm dramatisch zuspitzen, scheint es für Harry und Sasha nur eine Möglichkeit zu geben, sie müssen versuchen zu verstehen, was den Geist dazu bringt, die Bewohner zu tyrannisieren.

Unheimlich

Ohne langes Vorgeplänkel beginnt die Story mit dem Umzug von Harry und Sasha. Und schon befindet man sich in Idaho. Obwohl die Szenerie und die Landschaft sehr idyllisch beschrieben wird und ich mich direkt wohl fühle, kann ich dieser unheimlichen Atmosphäre, die das Brudergespann im Buch erzeugt, nicht entfliehen. Es wirkt sehr bedrohlich und irgendwie gelingt es den Autoren, die Präsenz des Geistes schon auf den ersten Seiten heraufzubeschwören, obwohl noch gar nichts Unheimliches geschieht. Es fühlt sich beim Lesen ein wenig an, als würde man Luftnot bekommen und als würde einem irgendwas im Nacken sitzen und einem über die Schulter hinweg beobachten. Das war vor allem Abends so richtig gruselig.

Das hat mir richtig gut gefallen.

Die Story entwickelt sich zügig. Es entstehen keine unnötigen Längen und die Informationen, um die Geschichte voranzutreiben, erhält man gut portioniert, so dass man als Leser bei Laune gehalten wird.

Bis zum Schluss kann ich nur erahnen, warum es in diesem Tal spukt und der letzte Showdown weiß sehr zu überraschen.

Das Buch ist in die Jahreszeiten eingeteilt, so dass jede Spukerscheinung einen eigenen Abschnitt bekommt. Das macht gibt der Story eine gute und übersichtliche Struktur.

Interessante Protagonisten

Vor allem die Protagonisten wussten zu überzeugen. Harry und Sasha erzählen abwechselnd die Geschichte, so dass man nah an den beiden und deren Gefühle als Leser dran ist. Das gibt der Geschichte nochmal zusätzliche Tiefe und macht mir beim Lesen zusätzliches Unbehagen. Denn zu meiner Angst erlebe ich auch die Angst der beiden Darsteller hautnah mit.

Vor allem Harrys Entwicklung gefällt mir gut. Er war Afghanistan-Veteran und hat nun mit einer PTBS zu kämpfen. Die Situation auf der Farm belastet ihn nun zusätzlich und holt altes Erlebtes wieder hoch, womit Harry eigentlich abgeschlossen hatte. Zumindest hatte er das geglaubt. Wie Harry damit umgeht und wie er an dieser Situation wächst, ist wirklich spannend mitzuerleben und hat mich komplett erreicht und überzeugt.

Ich habe mich gut gegruselt und vergebe für eine außergewöhnliche Geschichte 5 von 5 Eselsöhrchen.

Vergebene Eselsörchen:

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