„Der Augensammler“ von Sebastian Fitzek

Thriller

Information

Verlag: Eder und Bach, Knaur
ISBN: 9783945386484
Seitenzahl: 336 Seiten
Format: Taschenbuch, eBook, Hörbuch

Diese Rezension bezieht sich auf die Taschenbuchausgabe von Eder und Bach.

Das Buch in einem Satz:
Warum zum Geier sind die Kapitelnummerierungen falsch herum?

Nachdem ich die neusten Fitzeks mir immer schon am Erscheinungsdatum gekauft habe und ich jedes Mal begeistert war, habe ich mir gedacht, dass ich vielleicht auch noch die älteren Bücher des Autors lesen sollte. Deswegen bin ich auf die Gebrauchtwarenplattform meines Vertrauens gestiefelt und habe mir Fitzeks in den Einkaufswagen gepackt. Dabei war mir die Covergestaltung egal, ich habe einfach auf den günstigsten Preis geachtet.

Druckfehler?

Schon zu Anfang des Buches habe ich Fragezeichen im Kopf. Das Buch beginnt mit dem Epilog und dem letzten Kapitel und von da an wird ab Kapitel 83 heruntergezählt. Okay? Druckfehler? Oder hat der Lektor das gute Zeug geraucht?

Ich dachte erst entsetzt, oh nein, die Geschichte wird rückwärts erzählt. Das wird bestimmt kompliziert. Aber dem ist nicht so. Die Geschichte beginnt am Anfang, ganz am Anfang. Das Leben von Alexander Zorbach, der selbst seine Geschichte erzählt, ändert sich bei einem Polizeieinsatz schlagartig, als er eine psychisch gestörte Kindsentführerin erschießt, um größeres Unheil abzuwenden.

Obwohl ihm keine Schuld nachgewiesen wird, quittiert er seinen Dienst und wird Kriminaljournalist. Auch Zorbachs Ehe zerbricht an dieser Situation.

Ich werde direkt in das Geschehen hineingezogen und es wird mit jeder Seite dichter. Ich blicke nicht nur in die psychischen Abgründe von Zorbach, sondern auch in in die Psyche des Augensammlers, der immer erst die Frau ermordert, das Kind entführt und dem Kind nach Ablauf eines Ultimatums das linke Auge raustrennt.

Sebastian Fitzek schafft es, jedem Charakter die nötige Tiefe zu geben, die mir die Protagonisten der Geschichte näher bringt.

Die hellsehende Blinde

Voller Dynamik, Spannung aber auch dem einen oder anderen Wortwitz baut sich die Geschichte auf und nimmt mich mit in ein Verbrechen, das sich immer weiter zuspitzt. Alexander Zorbach wird als Täter verdächtigt und er versucht im Alleingang mit einer unbekannten Blinden, die unter mysterlösen Umständen mit in den Fall hineingezogen wird, und seinen Praktikaten die Situation bei seinen Ex-Polizeikollegen aufzuklären.

Dabei scheint der Augensammler ihm immer einen Schritt voraus zu sein.

Aber die blinde Alina scheint eine gute Verbündetet zu sein, da sie wohl irgendwie durch die Augen des Täters in die Vergangenheit schauen kann. Das dabei nicht alle Details passen, die sie sieht, ist zwar verwirrend, aber vieles trifft zu und Zorbach kommt dem Augensammler immer näher.

Doch keiner ahnt, dass alles anders ist, als es scheint und sie dem Täter viel näher sind, als sie vermuten.

Voll der böse Cliffhänger

Bis zum Schluss fieber und rätsel ich mit und irgendwie wird klar, während die Kapitelzahlen wie ein Countdown immer niederiger werden, dass das alles zu etwas viel größerem führt.

Natürlich wird der aktuelle Fall vorerst aufgeklärt und ich erfahre, wer der Augensammler ist, aber das alles läutet nur das nächste Kapitel der Geschichte ein, denn die falsche Kapitelreihenfolge hat einen Grund.

Es gibt einen fiesen Cliffhänger. Und die Warnung, die Zorbach selbst am Anfang des Buches abgibt, man solle das Buch bitte nicht lesen, ergibt einen Sinn. Ich bin so in der Geschichte drin gewesen, dass ich gar nicht fassen konnte, dass der Fitzek das tut, was er da tut.

Nur gut, dass es ich in diesem Fall nicht auf Band 2 warten muss. Gestern kam der gute Postbote und brachte mit den Augenjäger. Ich lese jetzt fix mein aktuelles Buch zu Ende und dann geht es an die Fortsetzung.

Der Augensammler bekommt von mir begeisterte 5 Eseslöhrchen.

Vergebene Eselsörchen:

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