Information

Verlag: dtv
ISBN:   978-3-423-22014-9
Genre: Roman, Historie, Romance, Drama, Slice of Life
Seitenzahl: 544 Seiten
Format: gebundenes Buch, Taschenbuch, eBook, Hörbuch

Diese Rezension bezieht sich auf das Taschenbuch.

Das Buch in einem Satz:
Vor der Vergangenheit kann man nicht fliehen.

Diese Geschichte erreichte mich eher durch Zufall. Oder sollte ich vielleicht sagen, ich bin ein Werbeopfer? Eine social Media Plattform warb damit, dass es nun den ersten Band der Gretchen-Reihe als Taschenbuch geben würde. Titel und Cover machten mich neugierig. Der Klappentext packte mich natürlich sofort. Mein Beuteschema, ein Spiegelbestseller, gute Kritiken. Ich wusste, das Taschenbuch, das muss ich haben. Zum Glück bin ich meinem Wunsch gefolgt.

Der zweite Weltkrieg und eine böse Krankheit

Die Geschichte entwickelt sich auf zwei Zeitsträngen.

In der Gegenwart haben wir Tom Monderath, ein bekannter Kölner Moderator. Seine Mutter Greta ist 84, Witwe und lebt noch alleine in ihrer Wohnung. Sohn Tom versucht, sich so gut es geht um seine Mutter zu kümmern. Das wird jedoch immer schwerer, denn bei seiner Mutter wird Demenz diagnostiziert und die Krankheit schreitet schnell voran. Doch je mehr Greta vergisst, desto mehr kommt ihre Vergangenheit hoch. Erlebnisse im und nach dem zweiten Weltkrieg werden in Greta wieder lebendig, obwohl sie die doch gerne für immer vergessen wollte. Und Sohn Tom erfährt Dinge von seiner Mutter, die völlig neu für ihn sind und auch sein Leben gehörig auf den Kopf stellen.

Dann ist da die Handlung in der Vergangenheit. Greta wird im zweiten Weltkrieg groß. Von Begeisterung für den Führer bis hin zur Flucht und einem neuen Leben in einer völlig neuen Stadt erlebt Greta alles, was die Kriegszeit mit sich bringt. Es ist keine leichte Zeit zum Erwachsenwerden.

Bekannte Zutaten voller Gefühl

Dies ist bekanntermaßen nicht der erste Roman mit dieser Thematik und dieser Erzählweise, den ich zwischen die Finger bekommen habe. Und ich muss zugeben, auch dieser Roman hat natürlich viele Themenpunkte, die es in anderen Büchern dieser Art schon gibt. Aber auch natürlich geben muss. Der Krieg und die Zeit danach war halt so und jeder hatte die gleichen Probleme.

Aber Gretchens Geschichte, so gleich sie auch ist, so großartig ist sie auch. Nicht, weil diese Thematik so neu für mich ist. Nein, es ist dieses Gefühl und diese Lebendigkeit, die mich rührt. Voller Herz und Liebe erzählt Susanne Abel diese Geschichte. Nicht nur die Kriegs- und Nachkriegszeit wird herzzerreißend erzählt, sondern auch das Thema Demenz erreicht mich mit einer Wucht, dass kein Auge trocken bleibt.

Die Geschichte ist vielschichtig und erzählt von einer ganz düsteren Zeit in so einer liebevollen Art und Weise, dass man einfach jeden Protagonisten ins Herz schließt und mitleidet. Und das einfach bei jeder Figur, egal wie klein die Rolle ist.

Spannung bis zum Schluss

Gretas Leben bietet viele Ereignisse und so bleibt es stets spannend. Besonders ihre Sicht auf die Entwicklungen in ihrer Kindheit und Jugend ist fesselnd nachzuverfolgen. Sie entwickelt sich von einem schnell zu begeisternden Kind zu einer jungen Frau, die die Ereignisse im Krieg prägen und ihre Sicht auf die Dinge verändern. Dieses nimmt sie mit bis in ihr jetziges Leben.

Es ist einfach eine ganz wunderbare Geschichte, die einen bis zum Schluss und darüber hinaus nicht loslässt. Traurig und bittersüß trifft sie mich mitten ins Herz und dort wird sie sicher für immer sein, weil Greta einfach eine ganz tolle Protagonisten ist und die Geschichte mit ihrer Realität so sehr überzeugt.

Voller Liebe vergebe ich 5 Eselsöhrchen

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