Fantasy | Jugendbuch | Thriller

„Cryptos“ – von Ursula Poznanski

August 16, 2020

Information

Verlag: Loewe
ISBN: 978-3743200500
Seitenzahl: 448 Seiten
Format: gebundenes Buch, eBook, Hörbuch

Diese Rezension bezieht sich auf das gebundene Ausgabe.

Das Buch in einem Satz:
Ein Leben lang nur Virtual Reality.

Da ist es also, das neue Buch von Ursula Poznanski. Wer meinen Blog regelmäßig verfolgt, der weiß mittlerweile, dass ich ihre Bücher liebe. Deswegen war es selbstverständlich, dass auch „Cryptos“ bei mir einziehen musste, obwohl ich rein vom Klappentext ersteinmal skeptisch war. Ich hatte ein wenig Angst, dass es so werden könnte wie „Erebos“. Virtuelle Welt gegen Realität.

Ein dystopisches Erebos

Zugegeben, die Idee, die Geschichte in einer virtuellen Welt spielen zu lassen, die ist nicht neu. Und da gibt es schon das ein oder andere Mal das Feeling, wie bei „Erebos“, was aber durchweg positiv ist. Die Handlung von „Cryptos“ ist in einer fernen Zukunft angelegt. Durch die Klimaerwärmung hat sich die Welt verändert und somit auch das Leben der Menschen. Naturkatastrophen machen den Menschen zu schaffen, die meiste Arbeit wird von Maschinen erledigt und der Raum zum Wohnen ist knapp.

Damit die Menschen der Realität entfliehen können, steigen sie täglich in ihre Kapseln und besuchen eine der vielen virtuellen Welten, in der sie Leben und die trostlose Erde vergessen können. Es gibt unzählige Welten, von idyllischen Ferienparadiesen, über geschichtliche Städte bis hin zu Fantasy-Welten. Es gibt schier unbegrenzte Möglichkeiten, dem Alltag zu entfliehen und immer wieder neues zu entdecken. Sie müssen nicht in einer Welt bleiben. Durch Punkte, die sie sich verdienen können, können sie sich weitere Welten freischalten und in ihnen herumreisen, wie sie gerade lustig sind.

Jana arbeitet bei Mastermind, ein führender Konzern im Thema Onlinewelten. Sie designt neue Welten und hat diese außerhalb im Blick und schaut nach dem rechten. Als dann aber in ihrer friedlichsten Welt Kerrybrook ein Mord geschieht, begibt sich Jana selbst nach Kerrybrook, um nach dem Rechten zu schauen. Sie stellt fest, dass irgendwas ganz und gar nicht stimmt.

Ursula Poznanski ist Wort-Welten-Designerin

Die Geschichte steigt sofort ein ins Geschehen und ist von der ersten Seite an spannend aufgebaut. Nach und nach zieht Ursula Poznanski einem den realen Boden unter den Füßen weg und erschafft mit ihren Worten für den Leser eine virtuelle Welt.

Egal, in welche Welt Jana sich transferiert, um den Geschehnissen auf den Zahn zu fühlen, es entstehen sofort Bilder im Kopf. Man ist mittendrin bei den Vampiren, in London im Jahr 1622 oder auch bei den Dinosauriern.

Die dystopsiche Realität wird auch in Häppchen aufgebaut. Scheinbar so nebenbei entseht die Welt in der Zukunft.

Das Buch ist extrem spannend geschrieben. Es ist ein wahrer Pageturner, den man gar nicht mehr aus der Hand legen möchte.

Beklemmend

Das Buch zeigt, wie eine Zukunft vielleicht mal aussehen könnte. Das beklemmende dabei ist, man kann sich das so real vorstellen, weil das alles, was die Autorin beschreibt auch jetzt schon aktuell ist.

Was geschieht, wenn die Erde sich weiter erwärmt, wenn es noch mehr CO2 Ausstoß gibt, wenn wir die Meere weiterhin mit Plastik zumüllen, wenn es immer mehr technische Inovationen gibt und Menschen ersetzt werden können? Wie wird die Erde reagieren und wie können wir weiter leben?

Ich bin begeistert von dem Buch. Es war nie langweilig. Jana ist eine sehr angenehme Protagonistin. Sympathisch, nicht immer clever und sie will immer nur das Beste. Jana erzählt uns selbst die Geschichte, so dass man ihre Gedanken und Überlegungen stets nachvollziehen kann. Es ist fast so, als wäre man auf einmal selbst Jana, als würde man als Leser selbst in die Kapsel steigen und die Welt durch Janas Augen sehen.

Ich bin verliebt und hin und weg von der Geschichte und vergebe 5 Eselsöhrchen.

Meine Bewertung: