„Der Duft der Kirschblüten“ von Rosalie Schmidt

Historie Romantik

Information

Verlag: dtv
ISBN: ‎ ‎ 978-3-423-22016-3
Genre: Historie, Romance
Seitenzahl: 448
Format: Taschenbuch, eBook

Diese Rezension bezieht sich auf die Taschenbuch-Ausgabe. Ich danke dem dtv-Verlag für dieses Rezensionsexemplar

Das Buch in einem Satz:
Der Duft von Tee und heimliche Liebe.

Was wäre ein heißer Sommer ohne die richtige Lektüre? Genau deshalb, und weil ich das Cover absolut ansprechend fand, wollte ich unbedingt in diese Geschichte eintauchen. Dass die Story teilweise in Japan spielt, war da nur das Tüpfelchen auf dem I. Und so erhielt ich vom dtv-Verlag einige Zeit später ein kleines Paket. Doch dazu später mehr.

Ein aromatisches Erbe

Berlin in den 1870ern. Die 24-jährige Clara Winterfeld arbeitet in dem Teehaus ihres Vaters, und kümmert sich dort um die Finanzen. Ihr Vater ist gesundheitlich angeschlagen, und muss daher im Teehaus kürzer treten. Von dem japanischen Teehändler Akeno bekommen sie das Angebot, Grüntee in ihr Sortiment aufzunehmen. Die angebotene Kostprobe findet jedoch nur bei Clara Anklang, während ihr Vater dem Getränk nichts abgewinnen kann. Enttäuscht tritt Akeno die Reise in sein Heimatland an. Clara hingegen hat nicht nur Geschmack an dem Grüntee, sondern auch an dem Händler gefunden. Doch statt auf ihr Herz zu hören, sieht sich Clara gezwungen, eine Vernunftehe mit einem reichen Freund einzugehen, um das Teehaus vor dem finanziellen Ruin zu bewahren…

Eine feine Note mit leichten Bitterstoffen

Ich weiß nicht wieso, aber irgendwie hängt mit beim Lesen die ganze Zeit der Duft von Tee in der Nase. Ich hatte das Gefühl, dass ich selbst in diesem Teehaus sitze und alle Ereignisse hautnah miterlebe. Vielleicht liegt es aber auch an der „Buchbeigabe“, die dem Paket des dtv-Verlags beilag. Ein kleines Päckchen mit dem Tee, den Clara selbst kreiert hat (Achtung, Spoiler!)

Apropos Spoiler: Leider musste ich feststellen, dass der Klappentext des Buchs sehr viel vorweg nimmt. Etliche Ereignisse, die sich weit nach meiner selbstgesteckten Grenze von 101 Seiten ereignen, werden im Klappentext bereits verraten. Ich werde die Passagen hier selbstverständlich nicht wiedergeben. Nur soviel: Teile des Klappentextes verraten leider bereits den sprichwörtlichen „letzten Akt“ der Geschichte. Das hat die Spannung so ziemlich komplett zunichte gemacht, und ist für ein solch tolles Werk einfach nur bitter.

Begeistert war ich hingegen von der Protagonistin Clara. Sie wusste sie so manches Mal durchzusetzen, und faszinierte mich mit ihrer direkten aber trotzdem sympathischen Art. Ich habe mit sehr oft mit ihr gelitten, wenn sie sich zwischen ihren eigenen Wünschen und dem Familienunternehmen entscheiden musste. Auch ihre Beziehung zu Akeno war ein interessanter Aspekt der Geschichte, auch wenn ich hier einschränken muss, dass der Beginn der Liebe mehr angedeutet als wirklich gezeigt wird. Leider wird in der Geschichte immer nur von den Briefwechseln gesprochen, die Inhalte der Briefe selbst bleiben jedoch nebulös und unklar, sodass ich nicht genau sagen könnte, was genau Clara ihr Herz an Akeno hat verlieren lassen.

Leckere Sommerle(c)ktüre

Wer sich selbst an einem lauen Sommerabend mit einer genüsslichen Tasse Tee in den Garten setzen und ein gutes Buch lesen möchte, dem kann ich „Der Duft der Kirschblüten“ nur wärmstens empfehlen. Es ist eine wundervolle Sommerlektüre, die es mir leicht gemacht hat, immer weiterlesen zu wollen, trotz der Spoiler im Klappentext. Die Autorin versteht es, nicht nur Bilder im Kopf, sondern auch Gerüche in der Nase zu erzeugen. Das muss man erstmal schaffen. Es ist in jedem Fall ein gelungener Auftakt für die Buchreihe, und ich möchte auf jeden Fall wissen, wie sich die Geschichte von Clara weiterentwickelt. Allerdings verzichte ich bei den weiteren Bänden darauf, den Klappentext zu lesen.

4 von 5 Eselsöhrchen.

Vergebene Eselsörchen:

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