Historie

„Der Winterpalast“ von Eva Stachniak

von am Oktober 18, 2014

stachniak-winterpalast

Information

Verlag: Insel Verlag
Seitenzahl: 532 Seiten
ISBN: 3458359702
Format: Taschenbuch, eBook, Hörbuch

 

Diese Rezension bezieht sich auf das Taschenbuch.

 

Handlung

Nachdem Warwaras Eltern sterben, ist sie auf sich allein gestellt. Sie kommt im Zarenpalast als Dienstmädchen unter, wo sie sich aber aufgrund der strengen Regentschaft der Hausdame gar nicht wohlfühlt.

Doch ihre Aufmerksamkeit und ihr Gespür überall die Ohren zu haben, um so wichtigen Flurfunk im Palast zu erhalten, lassen sie bald schon zur Spionin werden. Sie wird eine „Zunge“, eine Spionin im Auftrag der Zarin.

Als die junge Sophie von Anhalt-Zerbst in den Palast kommt, spürt Warwara, dass Sophie zu großem bestimmt ist, und lauscht fortan heimlich für die spätere Zarin „Katharina die Große“. Dabei muss sie immer auf der Hut sein, denn sie kann im politischen Machtgefüge nur sich selbst vertrauen.

 

Layout

Ein Palast im Schnee ist auf dem Cover im Hintergrund zu sehen. Davor, von der Rückenansicht, eine Frau, in Pelz gekleidet, die auf den Palast zugeht. Im oberen Drittel ist in goldgelber Schrift der Titel zu lesen.

Das Cover beeindruckt mich schon, als ich es das erste Mal sah. Ich hatte es immer mal wieder in der Hand. Die Struktureffekte der Schrift fühlen sich hochwertig an und machen Lust auf Lesen. Beim Anblick fühlt man sich sofort in der Zeit zurückversetzt.

Das Auge und die Hand lesen eben mit.

 

Fazit

Dieses Buch ist mir praktisch zugelaufen. Einsam und verlassen lag es draußen. Und da es mir Leid tat, habe ich dem Buch ein neues zu Hause geschenkt. Ich wollte es eh immer lesen und voller Vorfreude blätterte ich es auf.

Ich kann von Glück sagen, dass ich die ganzen Male, in der ich es in der Hand hatte, dem Drang es zu kaufen doch widerstanden habe.

Die erste Hälfte etwa fand ich das Buch eigentlich ganz gut. Der flüssige Erzählstil, ohne unnötige Schnörkel, trieb die Handlung zügig voran, so dass die ersten 250 Seiten schnell gelesen waren. Aber irgendwann kam der Zeitpunkt, da fesselte es mich nicht mehr. Ich hatte den Eindruck, die Handlung plätschere nur noch dahin. Es kamen keine neuen Aspekte, immer die gleichen Dinge passierten.

Vor allem der Hauptprotagonistin Warwara fehlte es an charakterlicher Stärke und ich empfand sie sehr emotionslos. Und auch die Umgebung und die Zeit waren für mich persönlich nicht genug ausgearbeitet. Irgendwie blieb das Buch für mich sehr schmucklos.

Eigentlich mag ich historische Romane, da jede Zeit was Besonderes darstellt. Und auf dem Zarenhof hätte ich mir so sehr gewünscht, den Prunk zu sehen, und das Elend, vor allem zu Anfang, zu riechen. Das ist der Autorin jedoch bei mir leider nicht gelungen.

Für einen vielversprechenden Start, der dann stark nachließ vergebe ich zwei Eseslöhrchen, ich habe nämlich nicht zu Ende gelesen.

Meine Bewertung:

weiterlesen

Fantasy | Historie

„Zeitgenossen – Gemmas Verwandlung“ von Hope Cavendish

von am September 12, 2014

 

InformationZeitgenossen-–-Gemmas-Verwandlung

Verlag: Create Space

ISBN: 1491074604

Seiten: 225

Format: Taschenbuch, eBook

 

Im Rahmen einer Wanderbuchaktion hatte ich die Chance das Taschenbuch zu lesen, Kommentare im Buch zu hinterlassen und mich mit einer jungen Vampirin anzufreunden.

 

Handlung

Wir schreiben das Jahr 1599. Nachdem die junge Apothekertochter Gemma von Vampiren angegriffen wird, hängt ihr Leben am seidenen Faden. Nur durch die Verwandlung in Seinesgleichen gelingt es dem Vampir Viscount Arlington die junge Frau zu retten. Durch ihn lernt Gemma alles, was sie als gerade geborene Vampirin wissen muss und auch ihr Verlangen nach Menschenblut lernt sie dank seiner Anleitung zu unterdrücken.

Eigentlich ist Gemma angetan von ihrem Retter, doch er scheint ein Verräter zu sein. Deswegen beschließt sie, von seinem Anwesen zu fliehen. Auf sich allein gestellt verlässt Gemma ihr Heimat London und sucht Zuflucht in einem kleinen Dorf in Schottland. Da es in dieser Zeit jedoch schwer ist, als Frau allein zu leben, beschließt sie, dass es am Sichersten für sie ist, sich als Mann auszugeben. Das ist der Beginn einer beschwerlichen Reise. Nach Freunden, nach Vertrauten quer durch die Welt und die Zeit.  Immer auf der Suche nach Antworten und nach sich selbst. Was bedeutet es, ein Vampir zu sein?

 

Layout

In den oberen zweidritteln des Covers sieht man in warmen Erdtönen gehalten die untere Hälfte eines Frauengesicht bis zu Nase. Haare und Schmuck lassen erahnen, dass es sich um eine gepflegte, aristokratische Dame handelt. Prominent erscheinen die Vampirzähne, die sofort auf die Richtung des Romans hindeuten.

Im unteren Drittel findet man auf braunem Grund  den Namen der Autorin und den Titel.

Ich mag das Cover sehr. Es spricht mich an und macht neugierig.

 

Fazit

Als das Buch in Bielefeld als Wanderbuch ankam, habe ich mich richtig gefreut. Ich hatte mich schon vorher belesen gemacht, was andere denn von dem Buch so sprechen und ich war richtig neugierig. So legte ich ein bereits begonnenes Buch zur Seite und widmete mich Gemmas Geschichte.

Spannend fand ich die Kommentare, die meine Vorleserinnen bereits geschrieben hatten und musste immer mal wieder Schmunzeln. Wie süß sie die Liebesszenen kommentiert hatten. Oder die Kerle. *Schmacht*

Ich mochte Gemma von Anfang an. Hope Cavendish versteht es, die Geschichte zügig und spannend voranzutreiben. Manchmal jedoch geht mir das alles aber zu schnell. Da bekam ich zwischenzeitlich richtig Stress, wie schnell die Schauplätze gewechselt wurden, wie schnell Liebeleien vorbei waren. Ich wäre gerne länger an Orten geblieben, um dort mit Gemma anzukommen, die Umgebung zu sehen und auch, vor allem, denn das liebe ich am Mittelalter, es zu riechen. Das kam mir leider ein wenig zu kurz.

Auch Informationen, die ich für richtig interessant und wichtig empfunden habe, kamen nur so am Rande vor, wurden mir nur in Nebensätzen hingeworfen. Wie zum Beispiel die Tatsache, dass Vampire schneller als Pferde sind.

Aber die Charaktere und wie sie in die historisch geschehenen Ereignisse eingebracht wurden, dass fand ich großartig und ich mag diese Art von Geschichtsunterricht sehr gerne. Vor allem zum Ende der Geschichte versteht es die Autorin, mich zu fesseln und mit jeder Seite, die das Buch dünner wurde, hatte ich Angst vor dem Ende. Ich wollte nicht, dass es endet. Es ging doch erst los.

Ich verstehe diesen ersten Band als Einführung und vor allem die letzten Kapitel haben mir gezeigt, dass die Autorin ihr Handwerk versteht. Ich freue mich auf den zweiten Band, der schon auf meinem Kindle ist.

Trotz einiger Schwächen, die aber durch starke Charaktere wieder relativiert wurden, vergebe ich 4 Eselsöhrchen.

Meine Bewertung:

weiterlesen

Fantasy | Historie | Jugendbuch

„Zeitenzauber – Die magische Gondel“ von Eva Völler

von am Juli 19, 2014

Kurzinformation

Verlag : Baumhaus Verlag

ISBN: 9783833900266

Seitenzahl: 336

Format: Buch, eBook, Hörbuch

 

Ich habe das Buch mit Softcover gelesen.

 

Handlung

Die 17 jährige Anne verbringt gemeinsam mit ihren Eltern die Sommerferien in Venedig. Wirklich begeistert ist sie nicht. Zum Glück lernt sie Matthias und seine Familie kennen. Gemeinsam besuchen die beiden Familien eine historische Gondelparade. Eine Gondel zieht Anna in ihren Bann, denn sie sieht anders aus. Diese Gondel ist rot, obwohl alle anderen schwarz sind. Im Gedränge wird Anna ins Wasser geschubst und der Gondelführer zieht sie in das Boot. Als sie wieder auf den Bootssteg gehen will, macht sie sich vor allem Sorgen um ihren iPod. Das ist jedoch das kleinste Problem, denn ihr wird schwindelig und komisch. Als sie wieder zu sich kommt, befindet sie sich zwar immer noch in Venedig, jedoch in der Vergangenheit 1499.

 

Layout

Auf einem blauen Hintergrund prangt ein großer Vollmond in der Mitte des Covers. In einer roten Gondel steht ein Mädchen in einem weißen, prunkvollen Kleid, in der Hand hält sie eine Laterne.

Der Titel ist in großen, roten Buchstaben mitten in den Mond geschrieben. Die Schrift ist ein wenig erhaben, wenn man über die Buchstaben streicht. Über der Biegung des Vollmonds steht der Name der Autorin in heller, gelber Schrift. Kleine Sterne, angedeutetes Wasser und im Hintergrund eine Silhouette einer Stadt runden das Cover ab.

Auf mich wirkt das Layout stimmig und ansprechend. Es macht neugierig und der Bick bleibt auf jeden Fall ein paar Sekunden auf dem Einband hängen.

Das Buch ist in Kapitel unterteilt, die Schriftgröße ist ausreichend und gut zu lesen.

 

Fazit

Ein kleines Bonbon für zwischendurch, so habe ich dieses ich empfunden.

Die Idee einer Zeitreise ist sicher nicht neu. Nach Rubinrot war ich eigentlich mit dem Thema auch erst einmal durch. Dank meiner Schwester habe ich das Buch jedoch lesen können. Und es war gut.

Charme, Witz und Spannung verzaubern mich in diesem Buch. Ich bin mit der Hauptprotagonisten Anna gerne ins Jahr 1499 gereist. Ich fand die Idee total gut, dass Anna zwar weiß, dass sie aus der Zukunft kommt, jedoch andere es nicht erfahren können, weil sie es einfach nicht sagen kann. So schützt die Zeit sich selbst. Einen iPod gibt es nicht, also kann sie dieses Wort zwar denken, sich vornehmen es zu sagen, aber es kommt was anderes heraus. Toilette, Fehlanzeige. Abtritt heißt es.

Anna erzählt mir ihre Geschichte selber. Und ich spüre, wie sie von einem doch eher aufmüpfigen Teenie zur jungen Erwachsenen wird. Ich habe mit ihr gelitten, geliebt und gelacht.

Und ich habe einiges an geschichtlichem Hintergrundwissen ganz nebenbei erhalten,

Ich habe es gern gelesen, auch wenn es mich nicht umgehauen hat. Und da es spannend aufgehört hat und ich wissen will, wie es mit Anna und ihrer Liebe, die sie in der Vergangenheit kennenlernt, weitergeht, bin ich froh, dass hier schon Band 2 liegt.

Aber ich denke, da geht noch mehr und da ich Luft nach oben haben will vergebe ich gutgelaunte und erwartungsvolle 3 Eselsöhrchen!

Meine Bewertung:

weiterlesen

Drama | Historie

„Die Kastratin“ von Iny Lorentz

von am Mai 21, 2014

Handlung

Gulia ist die Tochter des Kapellmeisters. Sie liebt das Singen und jeder in der Familie weiß, dass ihre Stimme wunderschön ist. Aber in dieser Zeit dürfen Frauen und Mädchen nicht singen, und schon gar keine Lieder zu Ehren Gottes. Sie gelten dann als Hexen.

Doch Gulia ist fasziniert von den Kirchengesängen und schleicht sich immer wieder heimlich zum Kloster um den Proben des Knabenchores zu lauschen. Sie versucht diese Gesänge heimlich zu üben, doch sie wird von ihrem Vater und dem Abt erwischt. Als dann der beste Sänger des Chores wegen Stimmbruch ausfällt, aber kein anderer diesen Part zufriedenstellen singen kann, kommt Gulias große Chance. Als Junge verkleidet singt sie vor Messbesuchern in der Kirche. Sie ahnt nicht, dass sie von nun an gezwungen ist, als Mann weiterzuleben.

Layout

Ein von Rot dominiertes Cover erwartet mich. Die Frau ist in ein langes rotes Kleid gehüllt. Man erkennt das Gesicht nur bis zur Nase, sie hat Rosen in der Hand. Irgendwie ein typisches Lorentz-Layout. Nicht spektakulär und irgendwie nichtssagend. Allein das Cover macht mich nicht neugierig. Titel und Autor sind klar und in einfacher Schrift auf dem Cover erkennbar.

Das Buch ist in verschiedene Abschnitte unterteilt, um Gulias Etappen zum Knaben und im Leben besser zu Kennzeichnen. Diese Abschnitte wiederum unterteilen sich in Kapitel. Eine sehr angenehme Struktur, die es einem vereinfacht, der Hauptprotagonisten zu folgen.

Fazit

Eigentlich hätte ich gar nicht zum Lesen gebraucht und mit meinem Mann war ausgemacht, dieses Jahr wird kein Buch gekauft. Aber dieses war ein absoluter Notkauf, für den ich eine Sondererlaubnis hatte. Ich war auf dem Weg zum Arzt, mein MP3-Player lag vergessen zu Hause und mein Kindle hatte keinen Saft mehr. Und nun? Verabredet, ich kaufe was auf dem Grabbeltisch, es muss reduziert sein. Das fiel mir „Die Kastratin“ in die Hände. Und es war ein absoluter Glückgriff.

In der Wartezeit hatte ich geschwind bis Seite 101 gelesen und war mitten drin in Gulias Geschichte. Ich spürte ihre Angst, als sie Begriff, von nun als Junge leben zu müssen. Ich ging mit ihr durch Höhen und Tiefen und erlebte sowohl gesangliche Erfolge wie persönliche Niederlagen hautnah mit ihr.

Durch den sehr angenehmen und einfachen Erzählstil des Autorenduos hatte ich keine Mühe dem Verlauf zu folgen. Es blieb gleichbleibend spannend und fesselnd. Und als dann noch der Mann ihres Lebens in Gulias Leben tritt, war die Story perfekt.

Leider ab da dann ein wenig zu perfekt, denn die Handlung wurde für mich so druchschaubar. Die Autoren haben keine Klischees ausgelassen und ab der Mitte des Buches hätte ich es eigentlich weglegen können, weil ich mir denken konnte, was passiert.

Feind aus der Kindheit, Held denkt nicht normal zu sein ,Gefahr in Verzug, große Rettung durch den Helden, Offenbarung, letzter Kuss und Vereinigung. Happy End.

Nichts desto trotz hatte ich angenehme Lesestunden und deswegen gibt es von mir 4 Eselsöhrchen.

Meine Bewertung:

weiterlesen

Drama | Historie

„Die Bücherdiebin“ von Markus Zusak

von am März 27, 2014

Handlung

Kurz vor Beginn des 2. Weltkriegs beschließt Liesels Mutter, sie und ihren Bruder bei Pflegeeltern unterzubringen.

Auf dem Weg nach Molching, in der Nähe von München, verstirbt Liesels Bruder im Zug an Keuchhusten. Das ist die allererste Begegnung, die Liesel mit dem Tod hat. Nach der Beerdigung findet Liesel auch ihr erstes Buch auf dem Friedhof, welches sie einfach kurzerhand einsteckt, weil es sie immer an ihren Bruder erinnern wird. Erst später stellt sich heraus, dass dieses“ Buch für Totengräber“ ihre Karriere als Bücherdiebin einläutet.

Bei ihren Pflegeeltern fühlt sich Liesel zuerst gar nicht wohl und das Einleben unter dem ruppigen Ton von Rosa Hubermann fällt ihr sehr schwer. Aber Ziehvater Hans Hubermann wickelt die Kleine schnell um den Finger mit seiner herzlichen Art und bricht das Eis. Er ist es auch, der Nachts für Liesel da ist, wenn die Albträume kommen und er bringt ihr auch das Lesen mit dem „Buch für Totengräber“ bei. Liesel merkt schnell, dass neben ihren neuen Freunden und ihren Zieheltern vor allem die Bücher ihr die Kraft geben, durch diese schweren Zeiten des Naziregimes zu kommen. Sie muss nur an Lesestoff ran kommen, egal was es ist, Hauptsache die Wörter nehmen sie mit.

Layout

Ich hab das Buch zum Film vor mir liegen. Die Schauspielerin der Liesel steht im Vordergrund, sie schaut ernst und hält ein Buch fest an ihren Körper gedrückt.

Im Hintergrund sieht man eine Truppe von Nazisoldaten, die Bücher verbrennen. Alles ist in Sepiatöne gehalten. Ich finde das Cover sehr stimmig und es zeigt, wohin mich das Buch mitnehmen möchte.

Das Buch selber ist in verschiedenen Abschnitte unterteilt, diese wiederrum in Kapitel und immer mal wieder gibt es so etwas wie Fußnoten oder auch Anmerkungen des Erzählers, also vom Tod, um die Geschichte und Einzelheiten genauer zu beleuchten.

Fazit

Das war ein schwerverdauliches 5-Sterne-Menü.

Die Geschichte, die mir vom Tod selbst erzählt wird, hat es emotional und gedanklich echt in sich. Eins vorweg, dieses Buch ist nicht an einem Tag einfach weggelesen, es regt zum Nachdenken an und beschäftigt mich sehr. Auch jetzt, einen Tag danach lässt Liesels Geschichte mich nicht los. Ich bin beeindruckt wie Liesel mit ihrem Schicksal umgeht und trotz Niederschläge und schweren Zeiten nicht aufgibt. Sie berührt mich, tief in meiner Seele und ich finde mich selbst in ihr wieder.

Der Erzählstil ist für mich gewöhnungsbedürftig. Das liegt nicht an der Tatsache, dass der Tod es erzählt. Diesen Punkt konnte ich immer sehr schnell ausblenden, denn lange Abschnitte war der Tod halt einfach nur ein alleswissender Erzähler für mich, mehr nicht.
Es lag eher an der Sprache, an die ich mich erst gewöhnen musste. Nach einigen Seiten, war ich jedoch eingelesen, und die Geschichte wurde zum wahren Hochgenuss.

So ein Buch schreibt und liest man sicherlich nur einmal im Leben. Zwei lange Wochen durfte ich Liesel begleiten und das Ende machte es mir doch ein wenig leichter, denn alles war gut. Nur der Weg dorthin war tränenreich. Aber Tod ist halt der Tod, und der berichtet nüchtern von seinem Job.

Trotz Schwermut vergebe ich für ein einmaliges Buch und eine Schwester im Geiste 5 Eselsöhrchen!

Meine Bewertung:

weiterlesen

Historie | Krimi

„Teufelsgrinsen“ von Annelie Wendeberg

von am Februar 28, 2014

Handlung

Anton ist Anna, Anna ist Anton. Anton Kronberg, Doktor der Medizin im viktorianischen England. Damit sich Anna ihren Traum erfüllen konnte Ärztin zu werden, musste sie sich auf ein Doppelleben einlassen, denn früher durften Frauen nicht studieren. Aber Anna gelingt es.

Die Geschichte startet 1889 in London. Die Stadt wird immer wieder von Seuchen heimgesucht. Als Doktor der Medizin wird Anna von der Polizei ins Wasserwerk zitiert. Dort wurde eine Leiche gefunden. Todesursache scheint im ersten Moment Cholera zu sein.

Doch schnell wird ihr und dem ebenfalls herbeigerufenen Sherlock Holmes klar, dass es sich um ein Verbrechen handeln muss. Aber das ist nicht alles, was Sherlock Holmes dank seinem Scharfsinn auffällt. Durch seine Beobachtungsgabe entlarvt Sherlock Holmes Annas Geheimnis.

Aber in Anna hat Sherlock eine ebenbürtige Gegnerin, sowie Partnerin gefunden. Gemeinsam machen sie sich dran, um den Fall aufzuklären und geraten selber auf die kriminelle Seite der Medizin.

Layout

Das Cover ist blaugrau gestaltet. Im Hintergrund kann man die Umrisse Londons erkennen, es scheint vom Nebel eingehüllt zu sein. Vorne links steht sehr prominent in schwarz gekleidet eine Frau, die den Blick über die Themse Richtung London schweifen lässt.

Ebenfalls in schwarz geschrieben, in Großbuchstaben die sofort ins Auge fallen, steht der Titel „Teufelsgrinsen“. Auf dem „S“ vom Teufel steht eine Krähe, die die Flügel gespreizt hat.

Über und unter dem Titel kann man in graublauer, dezenterer Schrift den Namen der Autorin lesen, sowie den Zusatz „Ein Fall für Anna Kronberg“. Das lässt auf den Krimi schließen.

Das Cover ist für mich sehr mystisch und stimmungsvoll. Es macht sofort neugierig. Auf den ersten Blick scheint der Vogel überflüssig, aber das wird im Roman geklärt und dann muss der da einfach sitzen.

Die Seiten und der Text sind übersichtlich strukturiert.

Fazit

Intelligenter Wortwitz und charmante Hauptcharaktere.

Annelie Wendeberg gelingt es mit den ersten Absätzen mich mitzunehmen in das London 1889. Ich rieche förmlich immer noch die Kloake, die da im Wasserwerk sein musste, als die Leiche gefunden wurde. Das war sicher kein schöner Ort.

Die Autorin schreibt einfach, aber direkt und erzählt ohne viel Schnörkel einen Krimi, der rasant vorangetrieben wird. Aber immer wieder erfahren wir auch die Geschichte der beiden Hauptprotagonisten, so dass man den Eindruck hat, man freundet sich mit ihnen an und kann verstehen, wie sie fühlen.

Anna erzählt ihre Geschichte selber, wodurch ihre Emotionen und ihr Doppelleben mit allen Schwierigkeiten glaubhaft geschildert werden. Ich leide mit ihr, liebe mit ihr und durchlebe mit ihr die Cholera.

Die Begegnung mit Sherlock Holmes ist sehr gelungen. Da war ich zunächst skeptisch, denn eigentlich hatte ich noch nie Sherlock Holmes Romane gelesen, mochte aber viktorianische Geschichten. Ich hatte ein wenig Angst, dass mir dieses Wissen eventuell fehlen würde. Aber da auch Anna noch nie etwas von diesem Detektiv gehört hat, lerne ich ihn mit ihr kennen und verliere ebenfalls ein wenig mein Herz an ihn. Ich würde fast behaupten, dass mein Unwissen ein Vorteil war, denn so hatte ich keine Vergleichsmöglichkeiten und konnte völlig unvoreingenommen an dieses Buch gehen.

Ich war ein wenig traurig und hatte das Gefühl, gute Freunde zu verlieren, als ich die letzte Seite gelesen hatte. Aber es wird weiter gehen, dass lassen die letzten Sätze erahnen.

„Wie zum Teufel konnte ich ihn einfach mein Herz mitnehmen lassen?“

Das fragt Anna sich zum Schluss. Das war das, was ich hören wollte. Ein bisschen Herzschmerz muss auf jeden Fall dazu. Die beiden sind noch nicht fertig miteinander.

Gelungenes Debut. Intelligent, wortwitzig, rasant und überaus spannend. Zeitreise in die Vergangenheit mit Krimi ist gelungen. Ich habe es gerne gelesen und will mehr.

Meine Bewertung:

weiterlesen

Drama | Historie | Liebesroman

„Das geheime Vermächtnis“ von Katherine Webb

von am September 24, 2013

Handlung

Die Schwestern Beth und Erica haben von ihrer Großmutter das Herrenhaus „Storton Manor“ geerbt. Der letzte Wille der Verstorbenen ist, dass die beiden dort  zusammen Leben. Viele Erinnerungen hängen jedoch an diesem Haus. Das schrecklichste, was sich dort ereignet hat, war das Verschwinden von Cousin Henry, als sie noch Kinder waren. So fällt es vor allem Beth nicht leicht, sich in diesem Haus aufzuhalten. Aber egal was mit diesem Haus passiert, der Nachlass der Großmutter muss sortiert werden, und so ziehen die beiden kurz vor Weihnachten in das Haus. Sie müssen sich ihrer Vergangenheit stellen und Erica stößt auf ein weiteres, dunkles Familiengeheimnis.

Layout

Das Cover ist sehr klassisch gehalten und passt zum Inhalt. Das untere Drittel ist schwarz und man sieht den Autorennamen und den Titel des Buches. Der Rest wird dominiert von einem eisernen Tor, durch welches man im Hintergrund „Storton Manor“ sieht. Mir gefällt das Layout richtig gut, denn bisher habe ich jedes Buch mit Haus auf dem Cover geliebt.

Fazit

Die Geschichte wird auf zwei Ebenen erzählt. In der Gegenwart schildert Erica selber die Ereignisse. Dann gibt es immer mal wieder Rückblenden, die in der dritten Form geschrieben sind. Dort erfährt man die Geschichte von Ericas Urgroßmutter.

Erst tat ich mir schwer, dass Gegenwart und Vergangenheit sich auch im Schreibstil wiederfanden. Diese Sprünge im Geschriebenen ließen mich auf den ersten 100 Seiten immer wieder Inne halten. Ich wusste zwar, wo und wie ich gerade war, aber das Hin- und Hergespringe nahm mir ein wenig den Lesefluss.

Das wurde jedoch von der Spannung aufgehoben.  Die beiden Handlungsstränge werden geschickt miteinander verwoben, so dass es natürlich am Ende ein rundes Bild gibt und man Ericas Familie kennt.

Ein wenig hat es mich an die Bücher von Lucinda Riley erinnert. Aber da ich Lucinda Riley ja vergöttere, muss ich Katherine Webb einfach lieben!

weiterlesen