Information

Verlag: Blanvalet
ISBN: 978-3-7645-0876-0
Genre: Drama, Historie
Seitenzahl: 416 Seiten
Format: Taschenbuch, eBook, Hörbuch

Diese Rezension bezieht sich auf das Taschenbuch. Ich danke dem Blanvalet-Verlag für das Rezensionsexemplar.

Das Buch in einem Satz:
Neunzehn Stufen bis zur Sicherheit.

Ich wurde auf „Neunzehn Stufen“ aufmerksam, weil ich den Autorennamen spannend fand. Millie Bobby Brown erzählt in diesem Roman eine Geschichte, die von ihrer Großmutter inspiriert wurde.

Neunzehn Stufen

Wenn Nellie und ihre Familie in London den Fliegeralarm im zweiten Weltkrieg hört, dann müssen sie schnell zur nächsten U-Bahn-Station, um in Sicherheit zu kommen.

Nellie Morris ist 18 Jahre alt und wird zur Zeit des zweiten Weltkrieges groß. Das Leben ist weit weg von normal, dennoch versucht die Familie irgendwie Alltag zu leben. Doch das Leben bietet der jungen Erwachsenen immer wieder herbe Schicksalsschläge. Als sie den US-Amerikaner Ray kennenlernt, der als Pilot bei der Armee arbeitet, traut sich Nellie doch, ihren Träumen von einem unbeschwerten und freien Leben Platz zu geben. Aber das Leben schlägt wieder erbarmungslos zu. Ob es Nellie dennoch gelingt, ihr Glück zu finden, das wird in „Neunzehn Stufen“ erzählt.

Ein leichter Einstieg

Flott wirft einen die Geschichte mitten rein in Nellies Leben. Emotionsgeladen und auch ein wenig kitschig wird schnell klar, dass das Leben im Weltkrieg für niemanden ein Zuckerschlecken ist. Die ersten Seiten verfliegen beim Lesen einfach. Doch immer wieder bin ich irritiert. Die Sprache, in der der Roman geschrieben ist, ist nicht schwer. Aber eben auch nicht platt oder ungelenk, wie man das vielleicht von einem Menschen mit Anfang 20 im Erstlingswerk erwarten würde.

Ich las weiter. Es machte wirklich Spaß, Nellies Schicksal zu verfolgen und ihre verklärte erste Liebe mitzuerleben. Die rosa Brille hatte man also auch in schweren Zeiten auf.

Und dann?

Im Laufe der Geschichte allerdings nahm der Reiz des Buches ab. Ich kann gar nicht genau sagen, warum. Die Emotionen waren schnell verschossen, die Gespräche der Charaktere waren platt und dann noch diese abgedroschene Dreiecksgeschichte nahmen dem guten Start des Buches ein wenig die Tiefe. Ich hatte immer wieder den Eindruck, dass man das Buch unnötig in die Länge ziehen wollte.

Doch ich las bis zum Ende und im Großen und Ganzen mag ich den Roman wirklich gerne.

Jetzt kommt allerdings mein ABER.

Aber

Millie Bobby Brown hat den Roman gemeinsam mit der Ghostwriterin Kathleen McGurl geschrieben. Wieviel Millie Bobby Brown jetzt wirklich selbst geschrieben hat, das kann man nicht mehr nachvollziehen. Aber das erklärt vielleicht ein wenig meinen ersten Eindruck, das ich die gewählte Erzählweise und die gewählten Ausdrücke nicht mit einer jungen Neuautorin zusammenbringen konnte.

Ich finde das Buch gut recherchiert und ich glaube jede Emotion, die Nellie durch Verluste durchmacht. Der Krieg wurde mir in all seinen Facetten nahegebracht. Es ist gut, dass Millie Bobby Brown ihrer Großmutter diese Ehre erwiesen hat. Doch ich will auch Kathleen McGurl Anerkennung schenken. Ich finde, das hat sie sich verdient.

Wieviel jetzt wirklich aus Browns Feder stammt, dass sei Mal dahingestellt. Aber den Namen hätte das Buch als Buch an sich nicht gebraucht. Denn es ist ein solider und handwerklich gut gemachter Weltkriegsroman. Durch den Namen von Brown fällt er natürlich aber auch viel mehr auf und verleitet einfach auch zum Kauf. Ob ich das gut oder schlecht finde, das lasse ich mal dahingestellt.

Doch ich finde Kathleen McGurl hätte sich auf dem Cover ebenfalls einen Platz verdient.

Von mir 3 Eselsöhrchen.

Vergebene Eselsörchen:

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